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Die Tennismetropole Leipzig - Interview mit Dr. Hanno Strang

Im Interview beschreibt der Geschäftsführer der Leipzig Open GmbH, Dr. Hanno Strang, unter anderem, warum Leipzig zurecht als Tennismetropole bezeichnet, was das sächsische Tennis davon hat und wohin die "Reise" der Leipzig Open in Zukunft gehen kann.

Das Gespräch mit dem Geschäftsführer der Leipzig Open GmbH führte Irg Torben Bührer vom AthletenWerk Stuttgart

AthletenWerk: Herr Dr. Strang, Sie sprechen gelegentlich von der "Tennismetropole Leipzig". Gibt es die wirklich schon oder soll Leipzig erst eine Tennismetropole werden?

Dr. Strang: Leipzig durfte sich bisher zweimal mit Recht als "Tennismetropole" bezeichnen, einmal zur vorletzten Jahrhundertwende als Wilhelm Schomburgk und seine Brüder den "englischen" Sport in die Stadt brachten. Damals wurden sie als Begründer des LSC und als Mitbegründer des DTB bekannt. Zum anderen zur letzten Jahrhundertwende, als die WTA-Turniere in Leipzig gespielt und entscheidend durch Steffi Graf geprägt wurden. Heute verwenden wir das Wort "Tennismetropole" als Vision, d.h. als Bild für einen erwünschten aber noch nicht vorhandenen Zustand. Aber wir arbeiten gezielt daran, diese Vision in die Realität umzusetzen.

AthletenWerk: Welche Bedeutung haben die LEIPZIG OPEN als Turnier für Leipzig, Sachsen und Ostdeutschland?

Dr. Strang: Zunächst einmal gilt, dass es sich um das einzige ITF-Damenturnier in Ostdeutschland handelt - dementsprechend hoch ist seine Bedeutung. Es ist ein Anlass um gutes Tennis zu sehen und zu zeigen; dafür ist der LTC mit dem Award für das „Beste nationale Preisgeldturnier“ belohnt worden.  Aber die Strahlkraft des Turniers geht weit über den sportlichen Anlass hinaus, denn mit der Sichtbarkeit des Turniers verbessern sich auch andere Bedingungen für gutes Tennis dauerhaft. Zu nennen ist insbesondere die Nachwuchsarbeit in Sachsen und der Spielbetrieb in den Ligen, der im Osten inzwischen mehrfach zum Bundesliganiveau aufgeschlossen hat.

AthletenWerk: Betrachten wir den sportlichen Wert im engeren Sinne. Färbt die gute Leistung der Turnierspieler auf die lokalen Athletinnen und Athleten ab?

Dr. Strang: Selbstverständlich. Das Turnier setzt Maßstäbe -  selbst wenn noch nicht die Weltbesten dabei sind. Die regionalen Spielerinnen haben Gelegenheit, während der vorgelagerten „Internationalen Sächsischen Meisterschaften, während der Qualifikation zu den LEIPZIG OPEN und dann besonders während der Spiele im Hauptfeld sich mit der nachrückenden Weltelite zu messen. Diese „Abstandsmessung“ betrifft die Technik, die Taktik aber auch die professionelle Haltung im weiteren Sinne. Solche Leistungsfaktoren kann man als Teilnehmer selbst prüfen und – besonders als junge Spielerin - von den dabei gemachten Erfahrungen lernen. Nicht zu vergessen: auch die Zuschauer sehen gutes Tennis und können davon profitieren.

AthletenWerk: Stichwort Nachwuchs - Gibt es aufstrebende Talente, die eine Vision von der „Tennismetropole“ nachhaltig stützen?

Dr. Strang: Hier geht die Einschätzung zu einem vorsichtigen „ja“. Inzwischen gibt es verschiedene sächsische Talente, die in ihren jungen Jahren bereits internationale Erfahrungen sammeln konnten. Ein Beispiel bei den Mädchen ist Sophia Weiland und bei den Jungen Florian Daffner. Das war vor 10 Jahren noch ganz anders, wie ich aus eigener Erfahrung mit meinen beiden Töchtern weiß. Zu dieser Zeit war bei nationalen Vergleichsturnieren  ein großes Leistungsgefälle von West nach Ost feststellbar. Also: Die Leistungsspitze im aktuellen Nachwuchs ist klar erkennbar. Was wir brauchen ist eine „breitere“ Spitze. Anders gesagt: Am geeigneten Nachwuchs fehlt es nicht, aber die Talentauslese und die Talententwicklung können noch verbessert werden, dann haben wir die gewünschte Leistungsdichte bei Kindern und Jugendlichen. Auch hierzu gibt es bereits Pläne im STV.

AthletenWerk: Was bringt die Zukunft? Welchen Weg nehmen die LEIPZIG OPEN in den nächsten Jahren?

Dr. Strang: Die zukünftige Entwicklung folgt der Vision von der „Tennismetropole Leipzig“. Bereits im nächsten Jahr wird die Preisgeldsumme des Turniers von 15.000 US-Dollar auf 50.000 US-Dollar ansteigen  -  damit sind wir in der Spitzengruppe  der Deutschen Turnierveranstaltungen angekommen. Außerdem ist das Turnier in die Feierlichkeiten zu 1000 Jahre Leipzig eingebunden und erhält auf diesem Wege große Resonanz in den Medien. Schließlich hat sich laut mündlicher Zusage Steffi Graf angekündigt um das Turnier zu sehen und sich von der positiven Entwicklung der von ihr begründeten „Steffi Graf Nachwuchsstiftung“ zu überzeugen. Mit diesen und weiteren Highlights der LEIPZIG OPEN werden wir 2015, aber auch bereits 2014 ein riesiges Tennisfest feiern.

AthletenWerk: Auf was freuen Sie sich persönlich ganz besonders?

Dr. Strang: Ich freue mich auf großartiges Tennis in der Stadt und auf die frischen Spielerinnen, die als „junge Wilde“ durch das Teilnehmerfeld stürmen. Persönlich freue ich mich auf die Herausforderung, zusammen mit dem STV und dem wunderbar arbeitenden Organisationsteam des LTC die LEIPZIG OPEN in den kommenden Jahren zu einem großen WTA-Turnier zu entwickeln, das nicht nur in einem Atemzug mit den anderen vergleichbaren Welt-Turnieren genannt wird, sondern auch ein speziell regionales Flair bietet. Dann haben wir sie erreicht, die „Tennismetropole Leipzig“.

AthletenWerk: Vielen Dank für dieses Gespräch.

--> Informationen zu den LEIPZIG OPEN 2014 - Wetlranglistenturnier für Damen
--> Infos zu den WTA-Turnieren bis 2003 auf Wikipedia
--> Athletenwerk